Konzert in Dechow im April
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 25 März 2010 10:48 geschrieben von: Volker Donnerstag, 25 März 2010 10:48
Liebe Freunde der Kulturtage Dechow!
Freuen Sie sich mit mir auf Freitag, den 16. April 2010. Für diesen Abend konnte ich das Duo Dragos Manza & Daniel Heide nach Dechow einladen. Mit dem Auftritt der beiden Musiker erwartet Sie, liebe Besucher der Kulturtage Dechow, ein kammermusikalischer Leckerbissen! Der junge rumänische Geiger Dragos Manza darf mit Recht als große Hoffnung am virtuosen Geigenhimmel bezeichnet werden. Er ist Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe und arbeitete bereits mit bedeutenden Musikern unserer Zeit zusammen, wie Vadim Gluzman, Rainer Kussmaul, Florin Paul, Stefan Gheorghiu, Pamela Frank, Joshua Epstein und Paul Roczek. Mit seinem unnachahmlichen gesanglichen Ton und seiner faszinierenden Virtuosität versteht er es immer wieder das Publikum zu begeistern. Von Daniel Heide am Klavier begleitet, spielt er einen Sonatenabend mit Werken von Bach, Brahms, Mozart, Paganini u.a. in spannungsgeladenen Interpretationen. Das Konzert beginnt um 20:00 Uhr im Saal des Hauses Dechow, Dorfstraße 1. Einlass ist wie immer eine halbe Stunde vorher.
Der Kartenverkauf hat bereits bei der Stadtinformation Ratzeburg (Tel. 04541/858565) sowie der Buchhandlung Schnürl&Müller in Gadebusch und Grevesmühlen (Tel. 03886/40266) begonnen. Kartentelefon 038873 / 33460. Die Eintrittskarte kostet 10 Euro, ermäßigt für Schüler & Studenten 8 Euro.
Informationen über alle Veranstaltungen der Saison 2010 der Kulturtage Dechow finden Sie im Internet unter www.dorf-dechow.de/kultur.html.
Ich freue mich auf das Wiedersehen mit Ihnen und grüße freundlich
Irmgard v. Puttkamer
Weniger Geld für Naturschutzarbeit
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 7 Januar 2010 08:17 geschrieben von: Volker Donnerstag, 7 Januar 2010 08:17
Beim Zweckverband Schaalseelandschaft, dem größten Landeigentümer der Schaalseeregion, stehen Veränderungen an. Nach mehr als 17 Jahren Landschaftspflege und Naturschutzarbeit wird sich mit dem Ende der Förderprogramme von Bund und Land der Verband vornehmlich um Verwaltungsarbeit kümmern. Sämtliche Aufgaben des Gremiums für das Gebiet von MV übernimmt mit Januar 2010 das Amt für das Biosphärenreservat Schaalsee.
Nach SVZ-Informationen soll darüber ein so genannter Geschäftsbesorgungsvertrag zwischen dem Biosphärenamt und den Trägern des Verbandes, den Landkreisen Herzogtum Lauenburg (Schleswig-Holstein), Ludwigslust und Nordwestmecklenburg sowie der Umweltstiftung WWF Deutschland geschlossen werden. Bestandteile solch eines Vertrages stehen am heutigen Abend bei der Verbandstagung im Pahlhus auf dem Programm.
Nicht zuletzt geht es dabei um die Verpachtung der im Eigentum des Verbandes befindlichen Agrarflächen. Beklagten die Landwirte in der Vergangenheit eine auf zwölf Monate ausgerichtete Verpachtung, sollen die Verträge in naher Zukunft über längere Zeiträume ihre Gültigkeit behalten. Dies wiederum könnte den Landwirten ein effektiveres Wirtschaften ermöglichen.
Armin Benz, Geschäftsführer des Verbandes, bestätigte gestern die anstehenden Änderungen. “Es ist korrekt: Die Förderprogramme sind ausgelaufen. Mehr als 20 Millionen Euro wurden für Flächenankäufe und Biotopmaßnahmen eingesetzt.” Mit dem Ende der Förderperiode 1992-2009 laufen zudem die befristeten Arbeitsverträge beim Verband aus. Nach eigenen Angaben erwarb der Verband in zurückliegenden Jahren rund 4 500 Hektar an Flächen im 335 Quadratkilometer (33 500 Hektar) großen Schutzgebiet von gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung. Das entspricht knapp 14 Prozent des Schutzgebietes.
Öffentliche Kritik, angesichts der Veränderungen konzeptionslos dazustehen oder gar ab 2010 von einer reinen Existenz des Verbandes auf dem Papier zu sprechen, wies Benz gegenüber der SVZ zurück: “Der Verband bleibt Eigentümer der Flächen. Änderungen gibt es lediglich in puncto Flächenmanagement.” Entsprechend den Vorgaben möge in Zukunft das Amt für das Biosphärenreservat als zuständige Naturschutzbehörde seine Aufgaben optimieren.
Ab 2010 bleiben allerdings nicht nur die Bundesmittel aus. Aufgrund der angespannten Haushaltslage reduzieren die drei Landkreise ihre finanziellen Zuwendungen auf rund 70 000 Euro. Die Naturschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) gibt im laufenden Jahr weitere 35 000 Euro zum Flächenerwerb und Betrieb der Geschäftsstelle mit Sitz in Ratzeburg hinzu.
Aus Sicht von Armin Benz ist der Übergang des Geschäftsbetriebes an das Biosphärenamt nicht spektakulär: “Das ist sinnvoll. In Zukunft gibt es für alle Fragen einen Ansprechpartner. Dies trifft ebenso für den Abschluss von von Pachtverträgen zu”, sagt Benz. Die Geschäftsbesorgung sei sinnvoll, da die Biosphäre über die Fördermittel im Biotopschutz des Landes MV verfüge. Der Verband wolle sich aber in 2010 mit 20 000 Euro bei dieser Arbeit beteiligen. Sämtliche Gremien des Verbandes arbeiten vorerst weiter.
Nicht zuletzt dürfte die Suche nach einer Lösung bei der Wanderwegeproblematik in Dechow zum Aufgabenpaket gehören(wir berichteten). “Unsere Zusage zu einer Mitarbeit steht”, sagt Benz. Weitere wichtige Themen sind die Renaturierung des Roggendorfer Moores mit der Herrichtung des Schlossparkes, die Schaffung von Wanderwegen östlich des Schaalsees ohne die Beeinträchtigung wichtiger Natur- und Rückzugsräume für Tiere. Insbesondere sollen Wege durch das Waldgebiet Dohlen bei Kneese und die offiziellen Wanderwege durch den Uferwald am Schaalsee bei Lassahn durch die Schaffung von Alternativen störungsfrei bleiben, heißt es in den Arbeitspaieren des Verbandes.
Kuhlrader Moor entzweit Experten
Zuletzt aktualisiert am Freitag, 11 Dezember 2009 12:24 geschrieben von: KI Mittwoch, 9 Dezember 2009 09:59
DECHOW – Der Zustand des Kuhlrader Moores lässt zu wünschen übrig. Zu dieser Aussage kamen am Donnerstagabend die Fachleute des Institutes biota, die im Auftrag des Biosphärenreservates Schaalsee das Moor und das Gebiet am Röggeliner See untersuchten. Grundlage der Arbeit waren die Vorgaben der EU mit der Flora-Fauna-Habitatrichtlinie (FFH, sprich Vorgaben für Lebensräume der Pflanzen und Tiere).
Aus Expertensicht eigentlich ein Gewinn bringender Prozess, wenn die einst durch das Biosphärenreservat Schaalsee gemeldeten Naturschutzgebiete in das EU-Schema passen. Ob dies für das Gebiet Röggeliner See und angrenzenden Wald- und Seegebiete zutrifft, darüber sind sich die Experten und Bürger uneins.
Folglich entbrannte im Dechower Gemeinschaftshaus ein Streit über die fachliche Bewertung zwischen Botanikern und Ornithologen. Denn aus Sicht von Biologen und Moos-Experten wie Torsten Richter “war der Zustand der Biotope vor Jahren anscheinend ein besserer als heute”. Richter zitierte nochmals aus den vom Amt für das Biosphärenreservat Schaalsee erarbeiteten Texten im Naturschutzbuch des Landes, wo stark schützenswerte Pflanzen als “dominierend beschrieben wurden”. Jene botanischen Köstlichkeiten, die heute nicht mehr vorhanden sind.
Argumente, die den Ornithologen und Adlerexperten Peter Hauff nicht gefielen. Mit geballter Faust und zittriger Stimme bestritt er jegliches dominierendes Vorkommen der von Richter benannten Pflanzenarten: “Wenn überhaupt, dann gab es ein geringes Vorkommen der spezifischen Moosarten.” Hauff appellierte an die Zuhörer, das Gebiet “in seiner Gesamtheit zu betrachten und nicht als schlecht zu bezeichnen”. Nach den Vorträgen der biota-Fachleute Volkmar Rowinsky und Volker Thiele konnte dies Bernhard Hotz aus Dechow eben nicht tun: “Trotz Naturschutz hat sich der Zustand des Moores verschlechtert. Warum?” , fragt sich der Bürger.
Einig scheinen sich die Experten darin, dass die Vernässung im Moor den Wandel brachte. Eine Maßnahme, die der Zweckverband Schaalseelandschaft als Eigentümer durchsetzte. “Auf welcher rechtlicher Grundlage?”, fragte sich Horst Moog aus Dechow.
Während Peter Hauff mit der Definition “Wasser ist doch Leben” argumentierte, kam Torsten Richter zur Schlussfolgerung: “Dann müssen wir uns von der Moosvegetation verabschieden und brauchen von höheren Pflanzen erst gar nicht sprechen.” Richter hätte sich lieber ein maßvolles Anstauen gewünscht.
Vogelexperte und stellvertretender Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Schaalseelandschaft Thomas Neumann brachte das Problem auf den Punkt: “Es gibt zwei fachliche Ebenen, die die Situation unterschiedlich bewerten.” Neumann, der als Vogelkundler mit dem Wasserstau dem Gebiet eine bessere Zukunft voraussagt, sieht die Vernässung als Neubeginn. Selbst das Moor könne sich wieder entwickeln. Ein Prozess, der allerdings Jahrhunderte dauern kann.
Neben dem Kuhlrader Moor kamen der Röggeliner See und die Waldgebiete von Woitendorf unter die Lupe. Die Experten vergaben das Prädikat pflegebedürftig, was letztlich Kneeses Bürgermeister Hans-Jürgen Hoffmann nachdenklich stimmte: “Vielleicht erfüllte das Gebiet nie die Voraussetzungen eines FFH-Schutzgebietes?” Eine Schlussfolgerung, die auf Aussagen der Expertenrunde basiert, denn so Volker Thiele von biota: “Es wurden nur die Lebensraumstrukturen untersucht.” Sämtliche Nachweise für Tiere entnahmen die Fachleute größtenteils aus älteren Erhebungen.
Nicht anders erfolgte im Jahr 2004 die Meldung der Naturschutzgebiete an die EU. Vermutlich auf Druck der Politik mussten die Mitarbeiter des Biosphärenamtes geeignete Schutzgebiete ans Land und weiter nach Brüssel melden. Nach SVZ-Informationen wurden damals keine umfassenden Untersuchungen im Moor, am Röggeliner See und im Woitendorfer Wald durchgeführt.
Fakt ist: Deutschland hatte bis 2001 seine Hausaufgaben bei der Meldung der Naturschutzgebiete nicht gemacht. Eine Klage der EU-Kommission war anhängig, denn eigentlich sollte die Meldung 1995 und 1996 erfolgen und nicht erst in den Jahren 2004 und 2005, so das Bundesamt für Naturschutz.
Mit dem FFH-Managementplan für das Gebiet Röggeliner See arbeiten die Experten jetzt an einem verbindlichen Pflegeplan. Bislang liegt nur ein Vorschlag von biota auf dem Tisch: Die Renaturierung des Stover Mühlenbachs. Das Ziel: Kleinlebewesen und Fische sollen bis zum See aufsteigen können. Sämtliche Fragen sollen in Arbeitsgruppen beantwortet werden.
Die Fachfragen sind aus Sicht der Bürger allerdings nur schwer verständlich. Sie fürchten, dass sie in Zukunft im See aufgrund der Belastung von Parasiten (Cercarien) nicht mehr baden können, Kulturfolger wie der Storch vor dem Hintergrund “falscher Pflegemaßnahmen” verschwinden und die Landschaft um den See verbuscht. “Wird der Mensch ausgegrenzt”, fragten sich am Donnerstag Ursula Moldt und Uwe Kaatz.